Fingerspiele im Herbst: 25 kurze Reime für Kindergarten und Kita

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Fingerspiele passen besonders gut in den Herbst: Hände können zu fallenden Blättern, Regentropfen, Igelstacheln, Kastanien oder kleinen Eichhörnchen werden. Die Kinder brauchen kein zusätzliches Material und können sofort mitmachen. Gerade im Morgenkreis, vor dem Essen oder als kurze Ruhephase zwischen zwei Angeboten sind solche Reime schnell eingesetzt.

Die 25 Fingerspiele auf dieser Seite sind kurz gehalten und lassen sich mit Kindern von etwa zwei bis sechs Jahren nutzen. Zu jedem Reim gibt es eine einfache Bewegungsanleitung. Wer unabhängig von der Jahreszeit weitere Ideen sucht, findet auch Fingerspiele für den Morgenkreis und Fingerspiele zur Sprachförderung.

🍁 Kurz erklärt: Bei einem guten Fingerspiel müssen Kinder nicht jedes Wort sofort mitsprechen. Zuerst reicht es, die Bewegungen nachzumachen. Der Text kommt durch häufige Wiederholung fast von selbst.

Warum sind Fingerspiele im Herbst für Kindergartenkinder geeignet?

Fingerspiele verbinden Sprache und Bewegung in kleinen, überschaubaren Einheiten. Kinder hören Reime, erkennen wiederkehrende Wörter und setzen sie gleichzeitig in Bewegungen um. Das unterstützt Wortschatz, Sprachrhythmus, Aufmerksamkeit und Feinmotorik. Weil die Abläufe vorhersehbar werden, können auch zurückhaltende Kinder teilnehmen, ohne sofort allein sprechen zu müssen.

Der Herbst liefert besonders anschauliche Bilder. Wenn Finger wie Regentropfen auf den Tisch tippen oder eine Faust zur Kastanie wird, verstehen Kinder viele Begriffe direkt über die Handlung. Mehr spielerische Sprachideen gibt es unter Sprachförderung spielerisch gestalten.

25 Fingerspiele und kurze Herbstreime

1. Fünf Blätter am Baum

Reim: „Fünf bunte Blätter hängen am Baum, / der Wind pustet leise, man hört ihn kaum. / Eins tanzt herunter, dreht sich geschwind – / vier Blätter warten auf neuen Wind.“

Bewegung: Fünf Finger zeigen, mit der anderen Hand pusten, einen Finger langsam nach unten bewegen. Danach bis null weiterzählen. Für jüngere Kinder reichen drei Blätter.

2. Der kleine Herbstwind

Reim: „Der Wind kommt leise um die Eck, / kitzelt meine Finger weg. / Erst ganz sacht und dann ganz wild, / bis die Hand ganz stille hält.“

Bewegung: Über die Fingerspitzen pusten, Finger wackeln lassen, kreisen und am Ende beide Hände ruhig auf die Knie legen.

3. Regentropfen

Reim: „Ein Tropfen, zwei Tropfen, drei kommen dazu. / Vier klopfen ans Fenster, fünf sagen: Buh! / Dann zieht die Wolke langsam fort, / und alle Tropfen sind wieder dort.“

Bewegung: Mit einzelnen Fingern auf Tisch oder Knie tippen. Beim letzten Satz verschwinden die Hände hinter dem Rücken.

4. Die Kastanie

Reim: „In grüner Schale, stachlig rund, / schläft eine Kastanie kerngesund. / Die Schale springt: Knack, knack, knack! / Die braune Kugel kullert zack.“

Bewegung: Beide Hände bilden eine geschlossene Kugel. Bei „knack“ öffnen sie sich, eine Faust wird zur Kastanie und rollt über den anderen Arm.

5. Igel im Laub

Reim: „Kleiner Igel, stups dich ein, / unter Blättern warm und fein. / Nase raus und Nase rein – / bald wird Winterpause sein.“

Bewegung: Finger ineinander verschränken und aufstellen wie Stacheln. Ein Daumen wird zur Nase und schaut heraus.

6. Eichhörnchen sammelt

Reim: „Eins fürs Nest und zwei dazu, / drei versteck ich gleich im Nu. / Vier und fünf sind auch noch mein – / so wird der Wintervorrat fein.“

Bewegung: Nacheinander Finger zeigen und mit einer schnellen Greifbewegung imaginäre Nüsse in die andere Hand legen.

7. Nebel zieht

Reim: „Nebel zieht ganz leis heran, / dass man kaum noch sehen kann. / Hände schweben, grau und sacht – / bis die Sonne wieder lacht.“

Bewegung: Offene Hände langsam vor dem Gesicht kreuzen. Bei „Sonne“ die Arme weit öffnen und lächeln.

8. Der Regenschirm

Reim: „Regen fällt auf meinen Schirm, / tropf, tropf, tropf, das macht ihn firm. / Schirm geht auf und Schirm geht zu – / nach dem Regen gibt es Ruh.“

Bewegung: Eine Hand ist der Schirm, die andere tippt mit Fingern darauf. Dann die Handfläche öffnen und schließen.

9. Blatt auf der Hand

Reim: „Ein kleines Blatt liegt auf meiner Hand, / der Wind schickt es ins ganze Land. / Es steigt nach oben, sinkt herab / und ruht am Ende müd im Grab.“

Bewegung: Eine flache Hand wird zum Blatt und schwebt langsam durch die Luft. Statt „Grab“ kann bei jüngeren Gruppen „im Laub“ verwendet werden.

10. Herbstsonne

Reim: „Zehn kleine Strahlen, warm und fein, / möchten heute Sonne sein. / Sie strecken sich zum Himmel hin / und wärmen Nas‘ und Kinn.“

Bewegung: Beide Hände mit gespreizten Fingern wie Sonnenstrahlen halten und langsam über Gesicht und Schultern führen.

👐 Praxistipp: Sprecht einen neuen Reim zunächst langsamer als normal. Wenn die Bewegungen sitzen, kann die Gruppe mit Tempo spielen: ganz langsam wie eine Schnecke, normal und einmal besonders schnell.

11. Zwei kleine Pilze

Reim: „Zwei kleine Pilze stehen im Wald, / einer ist warm, der andre ist kalt. / Regen kommt und beide lachen, / weil Tropfen auf die Hüte krachen.“

Bewegung: Zwei Daumen nach oben halten. Die andere Hand bildet darüber einen „Pilzhut“ und tippt anschließend Regentropfen.

12. Die Schnecke im Herbst

Reim: „Schnecke kriecht durchs nasse Gras, / langsam, langsam macht ihr Spaß. / Fühler raus und Fühler rein, / unter einem Blatt schläft sie ein.“

Bewegung: Eine Faust wandert langsam über den Unterarm. Zeige- und Mittelfinger werden zu Fühlern und verschwinden am Ende wieder.

13. Windmühle

Reim: „Dreh dich, dreh dich, kleiner Wind, / weil die Wolken schneller sind. / Meine Hände drehen mit – / stopp, jetzt endet unser Ritt.“

Bewegung: Beide Hände umeinander kreisen lassen und auf „stopp“ sofort einfrieren. Das trainiert nebenbei Impulskontrolle.

14. Drei Eicheln

Reim: „Drei Eicheln liegen unterm Baum, / eine rollt davon – man glaubt es kaum. / Zwei bleiben liegen, braun und klein, / bald kullert auch die nächste ein.“

Bewegung: Drei Finger zeigen, jeweils einen einziehen und mit der anderen Hand eine Rollbewegung machen.

15. Der Rabe

Reim: „Rabe fliegt von Ast zu Ast, / sucht sich einen Ruheplatz. / Flügel zu und Kopf hinein – / jetzt darf es ein Päuschen sein.“

Bewegung: Hände als Flügel schlagen lassen, dann zusammenlegen und an die Wange führen. Gut als Übergang in eine ruhige Phase.

16. Pfützenhüpfer

Reim: „Eine Pfütze, zwei, drei, vier – / meine Finger hüpfen hier. / Fünfmal platsch und einmal nass, / Pfützenhüpfen macht uns Spaß.“

Bewegung: Fingerspitzen springen nacheinander über den Tisch. Bei „platsch“ klatschen beide Hände einmal flach auf.

17. Das Blattkarussell

Reim: „Blätter drehen rundherum, / gelb und rot und gar nicht stumm. / Raschel, raschel, eins, zwei, drei – / plötzlich ist der Wind vorbei.“

Bewegung: Finger kreisen in der Luft und reiben anschließend leicht aneinander. Auf das letzte Wort bleiben alle still.

18. Die Nuss im Versteck

Reim: „Wo ist meine kleine Nuss? / Wer sie suchen möchte, muss / unter Blatt und Steinchen schaun – / Eichhörnchen kann gut verstecken, kaum zu traun.“

Bewegung: Eine Faust versteckt den Daumen. Die andere Hand „sucht“ darüber, bis der Daumen plötzlich hervorschaut.

19. Herbstwetter an fünf Fingern

Reim: „Daumen bringt die Sonne mit, / Zeigerwind weht Schritt für Schritt. / Mittelfinger schickt den Regen, / Ringfinger den Nebel wegen. / Kleiner Finger ruft: Hurra – Herbstwetter ist wieder da!“

Bewegung: Jeden Finger passend zum Wetter einzeln bewegen und am Ende die ganze Hand winken lassen.

20. Das warme Nest

Reim: „Zweig für Zweig und Blatt für Blatt, / bauen wir ein Nest ganz satt. / Hände schließen, warm und rund – / darin schläft ein Vogel gesund.“

Bewegung: Finger legen imaginäre Zweige, dann bilden beide Hände eine Schale. Ein Daumen kann als kleiner Vogel darin „schlafen“.

Herbstblätter in Händen als Anregung für Fingerspiele im Herbst
Blätter, Finger und kleine Bewegungen reichen für viele Herbstreime völlig aus. Foto: Providence Doucet / Unsplash

21. Der Apfel fällt

Reim: „Oben hängt ein Apfel rund, / plumps, da liegt er auf dem Grund. / Rolle, rolle, nicht zu weit – / gleich ist Apfel-Pausenzeit.“

Bewegung: Faust hochhalten, bei „plumps“ nach unten führen und anschließend über die andere Hand rollen lassen.

22. Fünf kleine Spinnen

Reim: „Fünf kleine Spinnen krabbeln sacht, / haben ihr Netz schon fast gemacht. / Faden rauf und Faden runter – / Herbstspinnen sind ziemlich munter.“

Bewegung: Fünf Finger krabbeln über den anderen Arm. Danach ziehen beide Hände imaginäre Fäden nach oben und unten.

23. Das große Herbsttor

Reim: „Zwei Hände bauen ein Herbsttor weit, / für Blätter ist es nun so weit. / Eins fliegt durch und zwei hinterher – / bald ist unser Himmel leer.“

Bewegung: Daumen und Finger bilden ein Tor. Die Finger der anderen Hand fliegen einzeln hindurch.

24. Kalt und warm

Reim: „Kalter Wind an Fingerspitzen, / warme Hände dürfen flitzen. / Reiben, drücken, eins, zwei, drei – / schon ist kaltes Wetter einerlei.“

Bewegung: Fingerspitzen anpusten, Hände aneinander reiben und anschließend beide Hände sanft auf die Wangen legen.

25. Gute Nacht, lieber Herbst

Reim: „Blätter schlafen, Wind wird klein, / Regen stellt das Klopfen ein. / Hände ruhen, Augen sehn – / morgen kann es weitergehn.“

Bewegung: Finger nacheinander einklappen, Hände in den Schoß legen und für einen kurzen Moment still werden. Dieses Fingerspiel eignet sich gut zum Abschluss.

Wie führt man ein neues Fingerspiel ein?

Zeige den Ablauf zuerst einmal komplett, ohne von den Kindern sofortiges Mitsprechen zu erwarten. Danach wird der Reim in kleinen Abschnitten wiederholt. Bei jüngeren Kindern kann ein Fingerspiel über mehrere Tage hinweg immer wieder auftauchen. Verlässliche Wiederholung ist hilfreicher als ständig neue Texte.

Wenn die Kinder den Ablauf kennen, dürfen sie einzelne Rollen übernehmen: Ein Kind bestimmt das Tempo, ein anderes zeigt die Bewegungen, die Gruppe spricht nur die wiederkehrenden Wörter. So bleibt derselbe Reim interessant, ohne dass die Grundstruktur verändert werden muss.

Wie lassen sich Herbst-Fingerspiele im Morgenkreis einsetzen?

Im Morgenkreis funktionieren kurze Fingerspiele besonders gut als Einstieg oder Übergang. Ein Regentropfen-Reim kann beispielsweise zum aktuellen Wetter führen. Der Igel-Reim eröffnet ein Gespräch über Winterschlaf, das Eichhörnchen über Vorräte. Im Morgenkreisspiele-Finder lassen sich dazu weitere passende Aktivitäten auswählen.

💡 Kombination: Ein Fingerspiel muss nicht allein stehen. Nach „Fünf Blätter am Baum“ kann ein kurzes Bewegungsspiel folgen, bei dem die Kinder selbst als Blätter durch den Raum tanzen. Dazu passen unsere Herbstspiele im Kindergarten.

Welche Fingerspiele passen zu welchem Alter?

Für Zwei- bis Dreijährige sind kurze Reime mit ein oder zwei wiederkehrenden Bewegungen ideal. Vierjährige können kleine Abfolgen gut verfolgen. Vorschulkinder haben meist Freude daran, Zahlen, Gegensätze, Reimwörter oder eigene Ergänzungen einzubauen. Entscheidend ist weniger das genaue Alter als die Gruppenerfahrung.

Kinder mit sprachlichen Unsicherheiten können zunächst ausschließlich die Bewegung übernehmen. Kinder mit viel Sprachfreude dürfen einzelne Zeilen vorsprechen. Damit bleibt das Fingerspiel eine gemeinsame Aktivität, obwohl nicht jedes Kind dasselbe leisten muss.

Häufige Fragen zu Fingerspielen im Herbst

Wie lang sollte ein Fingerspiel im Kindergarten sein?

Ein bis vier kurze Zeilen reichen oft. Für jüngere Kinder ist ein wiederkehrender Refrain wichtiger als ein langer Text. Mehrere kleine Reime hintereinander können später zu einer ganzen Herbst-Einheit kombiniert werden.

Müssen Kinder die Reime auswendig lernen?

Nein. Das Auswendigsprechen entsteht meist durch Wiederholung. Ziel ist das gemeinsame Spiel mit Sprache und Bewegung, nicht eine perfekte Textwiedergabe.

Welche Herbstthemen eignen sich besonders?

Blätter, Wind, Regen, Kastanien, Eicheln, Igel, Eichhörnchen, Äpfel, Pilze und Nebel sind anschaulich und lassen sich mit einfachen Handbewegungen darstellen.

Kann man Fingerspiele auch zur Sprachförderung nutzen?

Ja. Reime, Rhythmus, Wiederholungen und passende Bewegungen erleichtern das Verstehen und Nachsprechen. Besonders hilfreich sind klare Sätze und Wörter, die sich unmittelbar darstellen lassen.

Was tun, wenn Kinder nicht mitmachen möchten?

Zuschauen ist zunächst völlig ausreichend. Viele Kinder steigen nach einigen Wiederholungen freiwillig ein, wenn der Ablauf vertraut ist. Druck nimmt einem Fingerspiel genau die Leichtigkeit, die es so nützlich macht.

Mit wenigen kurzen Reimen lässt sich der Herbst also immer wieder in den Alltag holen. Entscheidend sind klare Bewegungen, Wiederholung und genug Raum für die Kinder, eigene Ideen einzubringen. Manchmal wird aus einem einzigen Vers ein neues Spiel, weil die Gruppe plötzlich wissen möchte, wohin das Blatt fliegt oder wo das Eichhörnchen seine nächste Nuss versteckt.

Bildnachweise: Beitragsbild: Compagnons / Unsplash. Bild im Artikel: Providence Doucet / Unsplash.

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